Was ist Sorbit?

Sorbit oder Sorbitol ist ein Zuckeralkohol und hört sich als Zuckeraustauschstoff fürs erste so an, als würde er „nur“ in künstlichen Lebensmitteln wie Kaugummi oder Fertiggerichten stecken.
Dabei kommt Sorbit auch natürlich in manchen Obst- und Gemüsesorten vor.

Wo ist Sorbit enthalten?

Äpfel, Birnen, Brombeeren, Cranberrys, Weintrauben, Steinobst (Datteln, Zwetschken, Marillen, Pfirsiche, Nektarinen, Kirschen) enthalten von Natur aus viel Sorbit. Dies gilt auch für diese Obstsorten in verarbeiteter Form wie z.B: Trockenobst, Fruchtsäften, Fruchtjoghurt etc.

Sorbithältige Gemüse sind Pilze, Algen (z.B. Sushi), Melanzani, Stangensellerie, Blumenkohl, Weißkohl, Hülsenfrüchte, Brokkoli, Karfiol, Fenchel, Paprika etc. Vor allem fertige Gemüsemischungen enthalten häufig Sorbit.

Für die Verstoffwechselung von Sorbit wird kein Insulin benötigt, deshalb wird es auch häufig zum Süßen von Diabetikerlebensmitteln verwendet. Somit findet es sich auch in zuckerreduzierten- oder zuckerfreien Kaufgummis, Zuckerl, Vitamin- und Brausetabletten, sowie auch in zuckerreduzierter Marmelade, Softdrinks bis hin zu Lifestyle Getränken wie Mineralwasser mit div. Geschmäckern.

Eine schlechte Nachricht für Freunde des Bieres: Auch in Bier ist Sorbit enthalten. Auch Rotwein enthält größere Mengen an Sorbit.

Da Sorbit hygroskopische (feuchtmachende) Eigenschaften hat, wird er auch von der Lebensmittelindustrie verwendet, um Kaugummis, Zahnpasta oder auch Süßigkeiten, Marzipan, Schokoladen- und Pralinenfüllungen, Fertigbackwaren, Fertigteigen, Fertigpizza, Toastbrot oder Fertigmehlspeisen etc. vor dem Austrocknen zu schützen. In diesem Fall taucht er häufig unter der Bezeichnung E420 auf der Liste der Inhaltsstoffe auf. Sorbit ist auch in Emulgatoren wie E 432, E433, E434, E435 sowie E436 enthalten.

Wie erkenne ich, dass ich eine Sorbitintoleranz habe?

Die Symptome einer Intoleranz können sich an typischen Verdauungsbeschwerden, aber auch in unspezifischen Allgemeinsymptome zeigen:

  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Bauchgrummeln
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Durchfall, weicher Stuhl
  • Fettstühlen
  • Verstopfung
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Schwindel
  • Unwohlsein

Wie wird eine Sorbitinoleranz festgestellt?

Mit einem H2 Atemtest mit der Testsubstanz Sorbit. Bei einer Sorbitintoleranz kann der Dünndarm Sorbit nicht oder nur begrenzt aufnehmen. Das unverdaute Sorbit gelangt in den Dickdarm, wo es von Bakterien fermentiert wird. Dieser Prozess produziert Gase – unter anderem Wasserstoff, welcher die Darmwand passiert und über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt, wo er dann abgeatmet und durch einen Atemtest gemessen werden kann. Ist die abgeatmete Konzentration von Wasserstoff erhöht, liegt eine Intoleranz vor.

Dr. Helene Atalla | Atemtest H2

Was tun bei Sorbitintoleranz?

Sorbit- und Fructoseintoleranz kommen häufig gemeinsam vor – dies sollte bei der Austestung bedacht werden.

Ein Gespräch mit einem Ernährungsberater sollte veranlasst werden, da dieser auch häufige praktische Tipps geben kann.

Meiden sorbitreicher Lebensmittel, anstelle dessen Konsum von sorbitarmen oder sorbitfreien Lebensmitteln wie Avocados, Bananen, Mangos, Kiwis, Wassermeloen, Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Grapefruits, Honigmelonen, Wassermelonen, Orangen, Erbsen, Kürbis, Karotten, Pastinake, Salate, Spinat, Mangold, Tomaten, Zucchini, Grünkohl etc.

Auch sollten Fertigprodukte und zuckerfreie- oder zuckerreduzierte Lebensmittel, Snacks oder Getränke gemieden werden, da diese wie oben erwähnt auch oft Sorbit enthalten.

Die Ernährungsumstellung erfolgt grundsätzlich in drei Schritten

  • Karenzphase: Sorbithältigen Lebensmittel werden gemieden, um dem Darm Erholung zu ermöglichen. Diese Phase dauert meist 2 Wochen
  • Testphase: Sorbithältige Kost wird in kleinen Mengen wieder aufgenommen, um die individuell verträgliche Menge zu bestimmen. Diese Phase erfordert Zeit und Geduld, da ein sorbithältiges Lebensmittel pro Tag getestet wird – dementsprechend ist die Dauer dieser Phase dtl. länger als die erste Phase.
    Hierbei ist auch das Führen eines Ernährungstagebuchs sinnvoll, da man sonst Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.
  • Dauerphase: Der dauerhafte Ernährungsplan orientiert sich dann an der individuell verträglichen Menge. Die Liste an Lebensmitteln mit Sorbit, die gut vertragen werden, werden wieder in die Ernährung eingebaut.

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